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Patricia Ertl

Lindenfeld 2b

8926 Kappel a. Albis

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Astro Philosophie

Rund um die Astrologie lässt sich über viele Themen philosophieren:

Freiheit oder Determinismus

Die Fragen um Freiheit oder Schicksalszwang sind komplex und allgemeingültige Antworten wohl kaum möglich. Meine nachfolgenden Gedanken dazu sind als Anregungen zu verstehen, nicht als umfassender Wahrheitsanspruch.Sie sollen zum Nachdenken anregen und zur Reflexion von Zusammenhängen.

Wir leben in einem sehr dunklen Zeitalter und unser allgemeiner Geisteszustand ist tief gesunken, d.h. unser Bewusstsein ist vorwiegend auf die äussere materielle Welt gerichtet. So erkennen wir auch nur sehr wenig über uns selbst. Wir sind weitgehend blind für die Zusammenhänge zwischen unseren aktuellen Lebensumständen und unseren früheren Inkarnationen oder unseren Seelenabsichten. Was weiss unser kleines Ego schon vom Lernprogramm unserer Seele für dieses Leben?

 Unter solchen erschwerenden Umständen ist es nahe liegend anzunehmen, dass die meisten Dinge, die uns geschehen, karmisch vorbestimmt sind, d.h. geprägt durch unsere eigenen Gedanken, Worte und Taten der Vergangenheit, an die wir uns aber meistens nicht mehr erinnern. Weil wir den Zusammenhang mit uns selbst nicht (mehr) erkennen, neigen wir dazu, Schuld und Lösung unserer Lebensumstände vorwiegend in der äusseren Welt zu suchen. Das führt zu neuen Abhängigkeiten und Verstrickungen, und so verwickeln wir uns immer mehr in die unsichtbaren Spinnennetze unseres eigenen Schicksals. Oft haben wir die Illusion, frei zu sein, aber in Tat und Wahrheit sind wir gelenkt von unseren unbewussten Motivationen und eingeschränkt von den Konsequenzen unserer früheren Entscheide. 

Freier Wille und Bewusstsein  (Themen von Sonne und Uranus im Horoskop)

Welchen Raum hat da noch der freie Wille vor so einem Hintergrund?

 Meine persönliche Ansicht ist, dass wir alle über das Geschenk des freien Willens verfügen. Oftmals verkennen wir diese Gabe. Unser Ego meint, es habe das Recht, sich seine ihm zustehenden Freiheiten zu nehmen, und verwechselt dann Willensfreiheit mit blindem Egoismus oder dem spontanen Nachgeben irgendwelcher Triebe. Es ist nicht so einfach, wirkliche Freiheit zu erkennen und zu nutzen. Über das Wesen der Freiheit liesse sich lange philosophieren.

Je blinder ein Wesen funktioniert, desto unfreier ist es. Zu diesen Wesen zähle ich auch die Mehrheit der heutigen Menschen, unabhängig vom sogenannten IQ. Die rationale Intelligenz bedingt nicht automatisch auch ein höheres Bewusstsein. Es gibt bekanntlich sehr intelligente Menschen, die auf sehr tiefen Bewusstseinsebenen agieren. Je enger das eigene Denken, desto beengender erleben wir unsere Schicksalsumstände. Wir alle kennen wohl solche Situationen und haben kein Recht, über Andere zu urteilen, die um sich nur Dunkelheit und Leid sehen. Dennoch scheint mir der Schlüssel zur Veränderung im eigenen Bewusstsein zu liegen und im sehr achtsamen Gebrauch der eigenen Gedanken, gerade in den kritischen Phasen unseres Lebens.

Wir bekamen das Geschenk des freien Willens. In dieser Welt von Polarität und Dualität können wir stets wählen. Nicht immer in der konkreten äusseren Situation, aber jederzeit in unseren Gedanken und unserer Einstellung. Wenn ein roter Mars-Transit uns empfindlich trifft, wird unausweichlich ein Konflikt in unser Leben treten. Wir werden konfrontiert mit aggressiver Energie. Das heisst aber nicht, dass wir deswegen selber in den Krieg ziehen müssen. Es ist unsere Wahl, wie wir Mars begegnen wollen. Lassen wir uns provozieren oder bleiben wir im inneren Frieden? Gewisse Stationen auf unserem Lebensweg mögen wohl unausweichlich sein, aber unsere Reaktionen darauf können wir frei wählen.

Bergwanderung  (Themen des Saturn im Horoskop)

 Den Lebensweg eines Menschen vergleiche ich oft mit einem langen Bergweg. Früher ging ich oft auf tagelange Wanderungen im Gebirge. Solche Pfade sind wie Gleichnisse. Im flachen Gelände haben wir meist viele Wahlmöglichkeiten der Wege. Es gibt wenig Hindernisse und das Fortkommen braucht keine Anstrengung. Am Berg aber steigt der Weg an. Wenn es steil wird, der Atem keucht, der Schweiss fliesst und der schwere Rucksack drückt, dann wird unser Wille geprüft: will ich wirklich da hoch? Wie definiere ich meine Ziele? Wie hoch will ich eigentlich und warum? zu welchem Einsatz bin ich dafür bereit und aus welchen Motivationen? Für welche Anforderungen genügt meine Kondition?

 Auf Bergpfaden kommen wir an Passagen, wo uns keine Wahlmöglichkeiten bleiben: der Weg ist schmal und erfordert volle Konzentration. Links die Wand, rechts der Abgrund. Ein Schritt daneben führt in den Tod. Da müssen wir dann entscheiden: Kehre ich um oder gehe ich weiter? Es gibt Passagen, da müssen wir einfach durch und dabei die Verantwortung für unsere Schritte übernehmen. Astrologisch gesprochen können das Zeiten sein, wo Saturn uns Grenzen setzt und unsere Ausdauer herausfordert. Saturn ist der Hüter der Schwelle und prüft uns in mancher Hinsicht. Erst nach bestandener Prüfung können wir eine Ebene höher schreiten. An solch heiklen Stellen auf dem Lebensweg oder auch bei endlos scheinenden Durststrecken durch öde Geröllhalden ist es entscheidend, welche innere Haltung wir diesen erschwerenden Umständen entgegen bringen. Wenn wir nur hadern und klagen, werden wir es kaum bis zum Gipfel schaffen.

 Lange herausfordernde Bergwege können grosse Lehrmeister sein. Ich habe erlebt, dass ich selbst mit einer schmerzenden Knieverletzung und sehr schwerem Rucksack in den weglosen Kraterbergen Südkretas eine persönliche Marathonleistung erbringen konnte, indem ich zu einer meditativen inneren Haltung fand. Ich übte mich in Geduld, Aufsteigen in Leichtigkeit, und war gleichzeitig jederzeit bereit zur Umkehr, falls mein Körper dies klar signalisieren sollte. Der Berg lehrte mich Lektionen von Demut und Wille. Nur so war es möglich, schliesslich mitten in der Nacht den Gipfel zu erreichen. Die Intensität meiner damaligen Erlebnisse lässt sich nicht in Worte fassen. Es war ein Schlüsselerlebnis meines Lebens unter machtvollen Pluto/Mars/Saturn-Auslösungen, das mich geprägt und gestärkt hat.

Schicksal, Opfer, Akzeptanz  (Pluto-Themen im Horoskop)

Wir alle kennen wohl Phasen unseres Lebens, wo wir uns gefangen fühlten von Umständen, die wir nicht verändern konnten. Solche Zeiten können das Gefühl von Ohnmacht auslösen, dem Ausgeliefertsein an ein bitteres Schicksal. Als Sozialarbeiterin bin ich unzähligen solchen Schicksalen begegnet. Oft ist es so, dass äussere Lebensumstände zeitweise nicht verändert werden können. Akzeptanz ist dann eine grosse Herausforderung. Viele Menschen heute sind aber oft innerlich so gefangen in destruktiven Denkmustern, dass sie vorhandene Alternativen nicht sehen wollen oder nicht wahrnehmen können. Sie sind gefangen in sich selber und Opfer ihrer selbst. Sie erkennen nicht, dass sie selber jederzeit die Freiheit hätten, ihr Denken zu verändern und dadurch eine Veränderung zum Besseren zu ermöglichen. 

Neues Bewusstsein:  Pluto als Planet für Transformation

Je höher der Bewusstseinszustand, desto freier wird das Individuum. Dann kann es eher wählen zwischen verschiedenen Manifestationsmöglichkeiten eines astrologisch ausgelösten Energieprinzips. Wenn im Horoskop ein machtvoller Pluto-Transit wirksam wird, so kann ein Mensch vielleicht in ein Massenereignis verwickelt werden und sterben. Wir sprechen dann von einem Schicksalsschlag und werten das Ereignis negativ. Doch aus einer übergeordneten Perspektive würden wir es vielleicht ganz anders sehen und bewerten. Ursache oder Sinn dieses Geschehens ist uns ja meist nicht bewusst. Wir wissen nicht, wofür es vielleicht gut ist.

Oder ein Mensch verliert unter Pluto seinen Partner oder seine Stelle und fühlt sich dem Schicksal ohnmächtig ausgeliefert. Er fragt warum und fühlt den Schmerz, sieht aber die grösseren Zusammenhänge nicht. Mit Pluto können wir auch unsere eigene Macht missbrauchen und zerstörerisch auf Andere wirken. Meist sind wir uns der Folgen nicht bewusst, die wir damit auf uns selber ausüben. Unser Leben ist voller Ereignisse, deren Grund oder Ursache uns nicht bewusst sind. So viel Leid ist mit unserer eingeschränkten Sicht verbunden. Der Schlüssel zu grösserem Verständnis liegt in der Entwicklung und Erweiterung unseres Bewusstseins auf Ebenen, die über den rationalen Verstand hinausgehen. Mit mehr Bewusstsein entstehen mehr Wahlmöglichkeiten. So könnten wir unter einer Plutoauslösung darüber nachdenken, wovon wir uns freiwillig trennen könnten, gemäss dem Thema und dem ausgelösten Lebensbereiche im Horoskop. Wenn wir uns von etwas Alten lösen, das unserem weiteren Wachstum nicht mehr dient, können wir selbstverantwortlich unser Leben verändern und befreit weiter schreiten. Wie eine Schlange, die sich häutet. Pluto ist eine Transformationskraft, die uns von alten Schatten und Ängsten reinigen kann. Pluto wird zum grossen Segen und dient der eigenen Entwicklung, wenn wir lernen, mit seiner grossen Kraft bewusster umzugehen. Die heutige Zeit mit dem Übergang ins Wassermannzeitalter eröffnet uns viele Wege zur Entwicklung und Erweiterung unseres Bewusstseins. Ich bin überzeugt, dass wir die Antworten auf so viele quälende Fragen nur finden, wenn wir unser Bewusstsein erweitern und die energetischen Muster und Zusammenhänge unseres Lebens aus ganz neuer Perspektive betrachten

Liebe macht frei:   Neptun hilft und Uranus tut es freiwillig

 Die Mythen der Menschheit erzählen von Opfern für die Götter, damit ein Segen gewährt wird. Solche Geschichten wollen richtig verstanden werden. Manchmal ist es einfach not-wendig, dass wir vertrauen und etwas loslassen, wenn wir weiter kommen wollen. Wenn wir es aus freiem Willen und mit Dankbarkeit tun, muss es uns nicht genommen werden. Ein solches Loslassen ist möglich als freier bewusster Entscheid, auch wenn wir auf Verstandesebene keine Erklärung finden. Aber auf Gefühlsebene führt es oft zu Lösung, Erlösung und Heilung, was als göttlicher Segen erlebt werden kann. Ich habe schon erlebt, dass unter einer starken Plutoauslösung bei ehrlicher Opferbereitschaft das Geopferte als Geschenk wieder zurück kommt. Nicht das Opfer zählt, sondern die Bereitschaft loszulassen. In Indien würde man von Moksha sprechen, der Lösung und Befreiung von unseren Anhaftungen.

 Je höher schwingend die Seele, desto lichtvoller und freier wird sie. Sie kann bewusster wählen im vorgegebenen Spektrum. Und selbst unter äusseren Beschränkungen erkennt sie die Möglichkeiten der inneren Freiheit (Gedanken, Einstellung). Dort, wo wir die Herausforderungen äusserer Hindernisse als Lernchancen akzeptieren und dafür danken lernen, verlieren sie oft ihre destruktive Macht über uns und lassen uns schliesslich weiter ziehen. Ich sehe es wie ein Trichter über dem Horoskop, der sich nach oben immer weiter öffnet. Dieser Trichter ist innerer Natur und entspricht dem Wachstum unseres Bewusstseins. Die Kraft zu so einer Öffnung erwächst letztlich immer aus der Liebe und der persönlichen freien Absicht. Wer als Kind nicht genügend Liebe und Freiheit bekommen hat (und das sind sehr viele), hat die Aufgabe und Chance, diese Qualitäten im eigenen Herzen zu finden. Hier, in der unerschöpflichen Quelle, finden wir alles, was wir benötigen für eine erfolgreiche Lebensmeisterung.

 

Wie innen so aussen

Wie innen – so aussen

Astrologie lehrt, dass unsere Welt ein Spiegel ist. Alles, was wir im aussen wahrnehmen und was in uns Gefühle auslöst, steht in einer Resonanz mit uns. Astrologie selber ist ein Spiegel und zeigt uns das in allen Lebensbereichen. Diese Resonanzgesetze funktionieren weitgehend unbewusst, darum erkennen wir die Zusammenhänge nicht zwischen unseren äusseren Lebensereignissen und den Mustern unserer Psyche. Es ist auch davor zu warnen, aufgrund irgendeiner weltanschaulichen Preferenz vereinfachende Pauschalschlüsse zu ziehen. Gerade viele ethisch hoch denkende Menschen, die gesund leben und einen spirituellen Pfad gehen, sehen sich oft mit grossen Problemen konfrontiert, die verschiedene Ursachen haben mögen. Es ist, als ob heute alle unbewältigten Konflikte, manchmal aus fernen Vergangenheiten, und die Schatten früherer Inkarnationen oder das Leid unserer Ahnenreihe jetzt hoch kommen, um endlich transformiert zu werden.

Freier Wille in der Herausforderung durch Leid

Gerade in der Konfrontation mit der Dunkelheit und dem Bösen, mit Leid und Ungerechtigkeit, wird unser freier Wille herausgefordert. Wenn alles im Leben leicht und easy läuft, scheinen wir einfach frei zu sein. Aber wie frei sind wir in Situationen der Prüfung? Wie reagieren wir angesichts von Schmerz, Kränkung und Zerstörung? In welche Richtung lenken wir unsere Gedanken und Gefühle, wenn uns selber oder unseren Lieben ein Unrecht widerfährt? Lassen wir es zu, dass der Aufruhr unserer Seele uns völlig beherrscht? Oder bemühen wir uns, Frieden und Licht in uns aufrecht zu erhalten? Und verzeihen wir uns liebevoll, wenn uns das nicht gelingt? Dies sind entscheidende Situationen, denn wir haben jederzeit die Freiheit der Wahl. Jeder meiner Gedanken hat eine Wirkung auf das "Quantenfeld" der Erde und somit auf alles, was da ist. Damit kreiere ich nicht nur meine eigene Zukunft, sondern auch die des ganzen Planeten.

Astrologie wird manchmal missverstanden oder gar missbraucht als Instrument einer fatalistischen Weltsicht. Bei harten Aspekten der klassischen Übeltäter (Saturn, Mars, Mondknoten) oder einer roten Begegnung mit Pluto tendieren viele Menschen dazu, ihr Denken zu verengen. Enge und Angst erzeugen sich aber gegenseitig und schwächen sofort unser ganzes Energiesystem. Sie sind eine Falle und führen in dunkle Sackgassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in einer Atmosphäre von Licht und Liebe selbst die "schwierigsten" Konstellationen ausserordentlich heilsam sein können, wenn wir sie bewusst und mutig annehmen. Doch Astrologie kann, so wie jedes Instrument auf dieser Erde, auch benutzt werden, um Ängste und Abhängigkeiten zu schüren. Wir können selber wählen, ob wir bei Herausforderungen im Leben (angezeigt im Horoskop) die Freiheit unseres Denkens einschränken oder ausweiten wollen. Was uns begegnet, haben wir uns vielfach selbst einmal eingebrockt durch unsere leidvollen Aktionen oder Erfahrungen in der Vergangenheit, unsere negativen Glaubensmuster oder das Lernprogramm unserer Seele. Endlich leben wir in einer neuen Zeit mit der Möglichkeit, die negativen Energien zu transformieren. Probleme im Leben lassen sich nicht vermeiden, aber wie wir darauf reagieren, das ist unsere freie Wahl. In diesem Sinne kann die Astrologie eine ausserordentliche Hilfe sein, uns bewusst und achtsam auf die Begegnung mit Pluto, Saturn & Co. einzustellen. Wenn wir sie als weise Lehrer annehmen und ihre Energien für unser Wachstum ins Licht dankbar nutzen, erfüllen sie ihre höchste Aufgabe.

Astrologie und Sucht

Wer im eigenen Horoskop ein Suchtpotenzial mit sich trägt, kann irgendein äusseres Mittel, also auch die Astrologie, als Suchtmittel missbrauchen. Dann besteht die Gefahr, sowohl sich selber wie auch Andere davon abhängig zu machen. So eine Haltung erzeugt Krankheiten wie z.B. die sogenannte astrologische „Transitis“, den Zwang, die eigenen Entscheidungen von den täglichen Transiten und aktuellen Konstellationen abhängig zu machen. Wer z.B. überzeugt ist, unter einer Saturn-Herausforderung unbedingt leiden zu müssen, wird das im Sinne einer „self-fulfilling-prophecy“ auch so erleben. Einer meiner Lieblingslehrer, James Kelleher, betont immer wieder: „Obstacles and pressures may be mandatory, but suffering is optional“, d.h. auch in schwierigen Phasen können wir selber wählen, wie weit wir leiden oder lernen wollen. Das bedingt aber, dass wir um unserer Freiheit willen auch bereit sind, gewisse Schwierigkeiten und Hindernisse im Leben zu akzeptieren und Herausforderungen anzunehmen. 

 Astrologie ist eine Lehrmeisterin. Sie prüft auch, inwieweit wir uns selber unfrei machen lassen von ihr. Nutzen wir ihre Botschaften für weise Entscheide oder als billige Entschuldigungen für eigene Trägheit („ich bin halt nun mal ein Löwe, also geh mir gefälligst aus dem Weg, wenn ich komme“). Geben wir den aktuellen Transiten die Schuld für unsere Misere und lassen unser Boot sinken angesichts der Sturmwolken? Oder versuchen wir, mit Eigenverantwortung unser Schiff durch die schwierigen Strömungen zu steuern und das Beste daraus zu machen? Wenn wir heikle Klippen meistern, fühlen wir uns nachher stärker. Manchmal sind Hindernisse die Trittsteine für den weiteren Weg, auch wenn wir für ihre Überwindung Hilfe brauchen. Manchmal veranlassen sie uns aber auch, einen ganz neuen Weg zu suchen. Astrologie gibt uns immer die Wahl, wie wir eine Situation sehen und ob wir sie von aussen oder innen betrachten wollen, je nachdem wie wir den Spiegel in der Hand halten.

 Wer zu Illusionen neigt, wird sich von der Astrologie entsprechend verführen lassen. So gerne sehen wir in der kommenden Venus-Neptun-Auslösung vielleicht die schon lang erträumte Liebe. Und übersehen dabei leicht das Potenzial zur Enttäuschung, wenn unsere Motive noch nicht der bedingungslosen Liebe von Neptuns höchster Ebene entsprechen. Der ausgelöste Tränenstrom kann die eigenen Täuschungen dann wegschwemmen. Planetenkräfte, die uns von aussen begegnen, erinnern uns ja stets daran, dass sie in unserer eigenen Brust leben. Das Horoskop hält uns also auch den Spiegel unserer Projektionen vor Augen. In der Welt der Polaritäten können wir uns immer wieder im Bewusstsein üben, dass unsere Aussenwelt reflektiert, was in uns ist. Dabei sind wertende Urteile völlig fehl am Platz, da sie stets nur einer eingeschränkten Sicht entspringen. Wohlwollende menschliche Unterstützung hingegen hilft für erhellende Sichtwechsel.   

So wie einst die grossen Weisen aus alter Zeit die Botschaften der Sterne meditativ empfingen, können wir auch heute und in Zukunft nur auf den Wegen innerer Bewusstseinserweiterung dem Wesentlichen wirklich näher kommen. Und letztlich werden wir wohl erkennen, dass alle Sternenweisheit schon seit jeher mitten im eigenen Herzen wohnt. Wenn die Seele in der Ruhe des göttlichen Zentrums Einkehr gefunden hat, wird sie eins mit der expandierenden Weite des Kosmos.

Spiegel der Seele

Das Horoskop als Spiegel der Seele

 Astrologie ist wie ein magischer Spiegel. Wer nur kurz rein guckt, wird nicht viel sehen. Je tiefer wir aber hinein schauen, desto mehr öffnet er sich. Ein Horoskop reflektiert immer das eigene Bewusstsein.

 Wer im Horoskop nur Humbug sieht, wird es dort auch so finden. Wer mythologische Archetypen sucht, wird sie in Fülle aufstöbern. Wer meditative Erfahrungen mit dem Horoskop machen will, wird sie erleben. Wer Astrologie als Sprache psychologischer Gesetzmässigkeiten versteht, wird sich darin bestätigt finden. Wer ihr mit Zweifeln ins Gesicht schaut, wird von Widersprüchen verwirrt werden. Wer blind in den Spiegel schaut, darf sich nicht wundern, wenn er getäuscht wird. Wer mit forschendem Geist in den Spiegel taucht, wird stets neue packende Tiefen ausloten. Wer sich mit flacher Unterhaltung amüsieren will, wird sich mit den „Horosköpli“ in den Zeitschriften zufrieden geben und der Meinung sein, das sei Astrologie. Wer die Tiefe der eigenen Seele sucht, wird auf innere Zauberpfade geführt wie in den Brunnen der Frau Holle. Wer zu göttlichem Licht strebt, wird in den Sternen ein Leuchten finden, das mit Worten nicht ausgedrückt werden kann. 

Astrologie als Violine

Das Horoskop ist ein sehr wundersames Instrument. Ich vergleiche sie gerne mit einer Geige von Stradivari: kostbar, edel. Sie angemessen zu spielen erfordert jahrelange Übung. Und dennoch ist sie nur das Instrument, nicht die Musik selber. Auch eine Flöte kann verzaubern. Eine Trommel kann packen und faszinieren. Es gibt so viele Wege und im Konzert spielen viele Stimmen. Wer eine Zwillinge Sonne hat so wie ich, wird immer die Vielfalt der Instrumente schätzen und nie nur nach einer einzigen Pfeife tanzen.

So viel Leidenschaft eine Stradivari erfordert, um sie wirklich spielen zu lernen, so ist es auch gut, sie wieder niederlegen zu können, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Astrologie ist ihrem Wesen gemäss ein sehr weiter Raum und auferlegt keine Zwänge. Wer mit ihr Druck ausüben will, ist nicht auf dem Weg zu den Sternen. Leider beobachte ich immer wieder, wie namhafte VertreterInnen sowohl von westlicher wie vedischer Astrologie tatsächlich davon überzeugt sind, ihre eigene Methode sei die einzig richtige. Astrologie kann leider selbstgerecht und dogmatisch angewendet werden. Ich bedauere solche Geisteshaltungen, denn sie entsprechen nicht der Weite des Sternenhimmels. Astrologie selber atmet den Geist der Freiheit. Aber wie jedes Instrument unterliegt sie den Händen derjenigen, die sie nutzen. Und Menschen sind ihrer Natur gemäss stets beschränkte, unvollkommene Wesen. Für Missklänge sind stets die Spieler verantwortlich, nicht die Stradivari.